Kulturelement Schacky-Park in Dießen am Ammersee

von Lilo Malkmus

Der Schacky–Park liegt am südlichen Ortsrand von Dießen am Ammersee. Nach dem die ursprünglichen Besitzer Ludwig Freiherr von Schacky auf Schönfeld und seine Frau Julia verstarben, wechselte der Park mehrmals die Besitzer. 1933 erwarben die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Augsburg den gesamten Park von damals ca.18 ha von Dr. Georg Heim (Mitbegründer der bayerischen Volkspartei und Präsident der Landesbauernkammer) als landwirtschaftliche Fläche und nutzten ihn auch so. 2004 verpachtete die Kongregation den westlichen Teil des Parks an den Reit- und Fahrverein Dießen, den östliche ca. 9 ha umfassende Bereich an die Gemeinde Dießen. Diese legte ihn 2005 dem Förderkreis Schacky-Park zur Pflege und Restaurierung an die Hand.

Der Schacky-Park ist stilistisch der Gartenkunst des Historismus zuzuordnen und in diesem oberbayerischen Fünfseenland einmalig in seiner Ensemblevollständigkeit.

Als eigene Schöpfung oder als paradiesische Vision eines noch unbekannten Gartenkünstlers ließ Freiherr von Schacky diesen historistischen Park

zwischen 1905 und 1913 anlegen.

Vier teilweise formale Zonen sind in einen klassischen Landschaftspark bestehend aus heimischen und exotischen Bäumen eingebettet. Dem

historistischen Duktus folgend, vermengen sich Stilzitate der Renaissance, des Barock und Spätbarock, mit zeitgenössischen Jugendstilformen und

en damals modernen Techniken, wie z.B. elektrische Beleuchtung und Steinguss.

Ausgehend von einem repräsentativen schmiedeeisernen Eingangstor führt ein breiter Kutschenweg durch großräumige Landschaftsszenen aus

imposanten Hainen und Waldstücken. Ideal bot sich die Hanglage an, um drei formale Achsen in den Landschaftspark einzubetten, Versatzstücke

der italienischen Renaissance:

  1. Achse: Eine Abfolge von 3 ornamentalen Buchsrabatten leiten in den westlich anschließenden Laubengang, das sog. Apfelbaumspalier, über und

  2. schließt diese Zone mit der Skulptur des Apollo ab.

  3. Achse: Beginnend mit der Dianaskulptur verläuft eine terrassierte Achse mit zwei Brunnen hinab zu einer querenden Achse, die die außerhalb

  4. der Parkanlage stehende Villa Diana mit dem Brunnen eines Flussgottes unter einer Pergola verbindet. Mythologisch sinnvoll verknüpft ein

  5. Ententeich mit Grotte (nur noch fragmentarisch vorhanden) den Apollo mit der Dianaskulptur (sog. Diana/Artemis von Versailles).

  6. Ein Monopteros, am höchsten Punkt dieses Parkabschnittes gelegen, schließt diese auch botanisch mediterran anmutende Zone ab.

Durch das Tal des zum Weiher aufgestauten Flechtgrabens führt ein wildromantischer Pfad vorbei an Obstbaumwiesen zum Teehaus.

Mit gezielter Parkwaldpflege wird zur Zeit dieses Gebiet um das Teehaus im Sinne des Japonismus wieder restauriert.

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