Die Bockshaut der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich (06.12.2016)

Die Bockshaut

Warum ist eine Bockshaut ein Kulturelement und was ist eine Bockshaut eigentlich? Diese Fragen sollen am Beispiel der Bockshaut in der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich beantwortet werden.

Im Zuge der Innenrenovierung der Eresinger Pfarrkirche, die im Jahr 2016 begonnen wurde, war die Erneuerung der Bockshaut ein wichtiger Arbeitsschritt. Blickt man unter die Bodendielen des Speichers des Hauptschiffs und der Apsis der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich hat man einen Blick auf die oberste Schicht der Bockshaut. Wird die oberste Schicht von der Lattung abgelöst, sind die Lattung und die Zwischenräume sichtbar. Die nach der Freilegung noch verbleibende Schicht ist die Gipsschicht, die der Grund für die Deckengemälde ist.

Der Grund für die Deckengemälde, die Lattung mit den freigelegten Zwischenräumen sind in nachfolgendem Bild im oberen Teil sehr gut zu erkennen, die oberste Schicht ist im unteren Teil des Bildes zu sehen.

 

Die Schicht zwischen den Deckenlatten und der Malschicht ist eine Mörtelmasse, die mit Dachshaar versehen ist. Das Dachshaar dient als erste Armierung.

Die oberste Schicht wird im Nassverfahren auf der vorherigen Schicht aufgebracht. Sie beinhaltet gebrochene Strohhalme, die als statische Bewehrung der Bockshaut dienen.

 

 

Die Deckengemälde

Die beschrieben Konstruktion aus Gipsschicht, Deckenlatten mit Zwischenschicht und Bockshaut bildet die „Leinwand“ für die vier beeindruckenden und historisch wertvollen Deckengemälde, die der Maler Franz Martin Kuen aus Weißenhorn in der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich um 1756 geschaffen hat.

Das Gemälde über der Orgel trägt den Titel „Überreichung des Bruderschaftsskapuliers“ und erinnert an die Skapulier-Erzbruderschaft in der Pfarrei.

Die Decke im Hauptschiff wird von der „Schlacht auf dem Lechfeld“ dominiert. Das Gemälde zeigt Bischof Ulrich von Augsburg und Kaiser Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn. Es gehört zu den Hauptwerken von Franz Martin Kuen.

 

Im vorderen Teil der Kirche hat „Das Mahl der Heiligen Bischöfe Ulrich und Konrad“ seinen Platz. Das Gemälde erzählt die Legende vom Fischwunder.

Die Decke des Chorraums wird vom Fresko „Pfarrer Zwinck empfiehlt seine Gemeinde den Heiligen“ geschmückt. Es hat die Sorge um das ewige Heil der Pfarrgemeinde zum Thema.

Mit dieser Sicht auf die Bockshaut als die Rückseite der Konstruktion für die Deckengemälde der Eresinger Pfarrkirche St. Ulrich erschließt sich, dass dieBockshaut mit bedeutenden Kulturelementen untrennbar verbunden ist.

K.-P. Wershofen

Quellen:

http://www.pfarrei-geltendorf.de/htm/1000/1100_Renovierung_St_Ulrich_Erneuerung_Bockshaut.htm

http://www.pfarrei-geltendorf.de/bilder/1000/AK_St_Ulrich_5_6_2016/Faltblatt_korr.pdf

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