Exkursion zum Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren

Auf den Spuren unserer Vorfahren!

Schon in Pestenacker finden wir im Weltkulturerbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" menschliche Spuren, die über 5000 Jahre alt sind. Zeitlich weiter zurückliegende Spuren - bis zu 50000 Jahren finden, wir nicht weit von uns entfernt, in Blaubeuren im Weltkulturerbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb". Dies ist das Ziel der 3. Exkursion 2018  am 19.5.

Wir werden mit dem Bus am 19.5.2018 ca um 7.30 Uhr morgens in Dießen am Bahnhof abfahren. In Blaubeuren wird unsere Gruppe an einer Führung sowohl im Urgeschichtlichen Museum, wie auch in der Höhle „Hohlen Fels“ teilnehmen. Der zeitliche Ablauf am 19.5. werden wir am 2.5.2018 auf der Homepage veröffentlichen.

Vor der Rückfahrt werden wir nach dem „Besuch der Eiszeit“ das Kloster Blaubeuren mit der dortigen Klosterkirche besichtigen.Das Kloster Blaubeuren (Württemberg) war ein um 1085 gegründetes Kloster des Benediktinerordens in unmittelbarer Nähe des Blautopfs, das nach der Reformation 1543 an die würtembergischen Herzöge fiel und zum evangelischen Seminar wurde. Das Kloster liegt direkt am Blautopf, eine der wasserreichsten Quellen Deutschlands.

Wie bei allen bisherigen Fahrten werden wir Mittags eine möglichst ortstypische Gaststätte aufsuchen und auf der Rückfahrt für eine Brotzeit Station machen. Rückkunft in Dießen ca 19 Uhr.

Wir bitten um baldige Anmeldung bis zum 9.5., da die Teilnehmerzahl auf 20 begrenzt ist. Auch müssen wir bis dahin dem Museum die Anzahl der Teilnehmer endültig bestätigen

Die Kosten belaufen sich für Fahrt ( 30 € ) und Eintritte/Führung (15 € --- Museum, Höhle „Hohlen Fels“, Kloster Blaubeuren ) auf 45 € p.P.

Anmeldungen: per Mail kulturlandschaften@t-online.de

oder telefonisch bei Herrn Horney 08806-956420

 

 

Ein besonderes Museum "Schichtwerk Gilching"

"Begeben Sie sich auf Zeitreisen durch Gilchings Geschichte", so beginnt der Flyer zum Museum. Auf kleinem Raum, übersichtlich und höchst informativ,wird der Besucher in die Zeit der Römer und Bajuwaren versetzt. Der Schwerpunkt liegt auf den in Gilching gesicherten Funden. Doch stehen diese im Kontext zu den Funden in der Ammerseeregion. Die Erkenntnisse zu den Funden sind auch auf zeitgleiche Funde in unserer Region anzuwenden. Das Museum ist einen Besuch wert. Nähere Informationen hierzu unter www.zeitreise-gilching.de .

Auf den Spuren der Augustiner Chorherren  des Stiftes Dießen

Angeregt durch einen Bericht über den Erwerb eines Weingutes namens Rauchbichl ( bzw Rauhenpuchlhof ) 1589 in Terlan durch die Diessener Augustiner  Chorherren unter dem Probst Balthasar Ginter  fanden wir heraus, daß dieses Weingut unter dem Namen Rauchenpichlhof   nach wie vor existiert. So führte uns eine dreitägige Exkursion vom 6.4. bis 8.4.18 nach Terlan.

Rauenbchl

 

 

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Der Ort, der zweimal wüst fiel

Heribert Nehyba,  82211 Herrsching

 

Ramsee ist den meisten Herrschingern und Erlingern bekannt als eine Ortswüstung, gelegen zwischen Andechs und dem Ammersee. War doch diese Örtlichkeit Jahrhunderte lang als Bestandteil der Klosterhofmark Hl. Berg mit Erling engstens verbunden und nach der Säku-larisation dieser Gemeinde angeschlossen. Seit 1938 gehört die Gemarkung Ramsee zur Gemeinde Herrsching. Auch Touristen finden auf markierten Wanderwegen zu diesem Ort, an dem eine Informationstafel und ein Gedenkpfeiler an den untergegangenen Weiler erinnern.

 

Dekan Joseph Dillitzer schreibt im Jahre 1800: „Zu der mit Oberalting unierten Pfarr Hersching gehören noch mehrere Rieder, oder kleine Ortschaften [] Ramsee ist das zweyte Ried, so nacher Hersching eingepfarrt ist, und liegt eine Stunde davon entfernt, unweit vom rechten Ufer des Ambersees. Zehlet nicht mehr, als 6 Häuser, und doch dermal 42 Seelen. Zu Ramsee befindet sich auch eine consecrierte Kirche zu Ehren des heiligen Niklas.“

Die Ortsflur liegt auf etwa 610 m Höhe. Die Kirche stand am höchsten Punkt, auf dem Scheitel eines Moränenwalls. Nachdem die Orkane des zurückliegenden Jahrhunderts die Fichtenbestände weitgehend niedergelegt haben, dominieren heute auf der Ortsflur Buchen, Ahorn und Eschen.

Der Name Ramsee (mittelalterlich Ramsawe) wird als Raben-Aue interpretiert. Der Arbeitskreis für Ortsgeschichtsforschung in der Würmregion hält eine Gründung schon im 8. Jahrhundert für möglich. Die erste Nennung des Ortes als solcher – in einem Herzogsurbar der Wittelsbacher – datiert von 1280. Schon zwischen 1223 und 1234 erscheinen zwei Zeugen aus Ramsee in den

Urkunden und Traditionen des Stiftes Dießen. 1402 nennt ein Steuerregister des Gerichts Weilheim die Namen von fünf Ramseer Anwesenbesitzern, desgleichen 1450 eine „Volkszählung“ (Herd-stättenbeschreibung) des gleichen Gerichts. Es bleibt bei fünf Gütern – mit Ausnahme der Zeitspanne von etwa 1540 bis 1638, in der die Zahl der Anwesen bis auf acht ansteigt. Davon zählten sozialökonomisch gesehen drei zu den Bauern, einer war Söldner, der mit einem Fischereirecht ausgestattet war und einer Kleinhäusler. Bei dem von Dillitzer genannten 6. Haus handelte es sich um die nur temporär bestehende gemeindliche Hirtenbehausung.

1834 begann die Auflösung des Weilers. Spekulanten kauften bis 1841 alle Ramseer Anwesen auf. Bis 1860 bestand ein kurzlebiges „Gut Ramsee“. Anschließend kam die gesamte Flur von etwa 800 Tagwerk (273 ha) in Staatsbesitz und wurde aufgeforstet. Die Kirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1865 abgebrochen.

Die Besiedung der Ramseer Ortsflur reicht aber weiter zurück als eben ausgeführt: Zumindest vom 2. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts lag unmittelbar daneben und sie z.T. überlappend, eine villa rustica, ein römischer Gutshof. In Windwurfgruben kamen neben Fragmenten von Gebrauchs-geschirr auch Terra sigillata und Raetische Ware – römische Feinkeramik – sowie Fensterglas, Hypokaustziegel und bemalter Putz zum Vorschein. Das weist auf einen gehobenen Wohnstandard der Bewohner hin. Wir kennen nicht den Namen des Hofes und wir wissen nicht, wie lange die Flur wüst blieb, bis sie die bairischen Neusiedler in Besitz nahmen.

Dem heutigen Betrachter bietet die Ramseer Flur nur wenige überkommene Kulturelemente:

Die vom Ortsetter Richtung Schwellbrücke/Andechs führende Forststraße folgt exakt der alten Dorfstraße, dem wichtigsten Verbindsweg des alten Ramsee. Die zweite Straße, die durch den Ramseer Gemeindewald führte und die Verbindung zu Mühlfeld und Herrsching herstellte, kann heute noch streckenweise beobachtet werden. An den Hofstellen von drei Gehöften sind noch Brunnenfassungen zu erkennen.

Ramsee 25

In der Bayerischen Denkmalliste, Gemeinde Herrsching, sind zu Ramsee diese Nummern eingetragen:

Baudenkmal: Kunststeinpfeiler mit eingelassener Rotmarmorplatte, D – 1 – 88 – 124 – 32

Bodendenkmal: Siedlung der römischen Kaiserzeit, D – 1 – 8032 – 0101

Wüstung des Mittelalters und der frühen Neuzeit („Ramsee“) mit abgegangener

Kirche St. Nikolaus D – 1 – 8032 – 0151

 

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